Guter Rotwein deutlich über fünf Euro

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Nach unserer großen Debatte über das "Wein-unter-fünf-Euro" Thema, geht heute einmal der Blick in die andere Welt.  Die großen, berühmten und teuren Hochgewächse. Weine die einen Ruf wie Donnerhall haben und zu den begehrtesten Luxusobjekten dieser Welt gehören. Fangen wir mal mit einem der besten an. PETRUS. Ein Wein um den sich Mythen und Legenden ranken, den sicherlich die meisten noch nie getrunken haben. Kein Wunder, gibt es doch kaum eine Flasche unter 1.000 Euro. Nichts also für den normalverdienenden Normalsterblichen wie unsereiner. Der Wein ist gut, um nicht sogar zu sagen hervorragend. Rechtfertigt das aber den Preis? Ja und Nein! Sicherlich könnte man den Wein unter normalen Bedingungen auch für 100 Euro verkaufen. Dann wäre er zwar immernoch teuer, aber irgendwie im Rahmen. Die tatsächlich realisierten Preise bewegten sich aber in ganz anderen Sphären. Theoretisch kostet beispielsweise eine Flasche aus dem Jahrgang 1990 bis zu 4.000 Euro! Petrus ist eine Marke, wie Cartier, Louis Vuitton, Rolls Royce und viele andere. Das erklärt zum Teil die astronomischen Preise. Die Weine sind Statussymbole, da gibt es keine realen Wertmaßstäbe.
Im Übrigen sind diese Weine auch so etwas wie eine Wertanlage. Der Vorteil hierbei ist, dass der Wert die letzten Jahre relativ konstant war. Im Moment sieht die Welt aber ganz anders aus. Die Preise für die Weine sind im Keller. sie sind zwar nicht so wertlos wie manches Aktienpaket, haben doch aber deutlich abgenommen. Der1990 sollte gerade in London versteigert werden, 2000 Euro wären pro Flasche fällig gewesen. Aber selbst zu diesem Preis - immerhin die Hälfte - ging er nicht über den Tisch. So sieht sie aus, die momentane Realität. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch die Welt der Hochgewächse. Normalerweise müßte man jetzt im großen Stil diese Weine kaufen, um in einiger Zeit große Gewinne damit zu erzielen. Aber auch das macht kaum jemand. Sie ist halt doch da, die Rezession. Der wirklich große Vorteil eines solchen Investments ist aber der: Die Aktien kommen in den Papierkorb, den Petrus kann man im Zweifelsfall trinken, und das sicherlich mit großem Spaß!

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hans 11/14/2008 13:31

irgendwann ist es eher eine versteigerung als ein realer preis.....
der herr stradivari hatte schon bald einen guten verkäufer, der es verstand, mythen aus dem produkt zu machen.
vor einiger zeit machte man dann auch mit der stradivari eine 'blindverkostung' für musikkritiker, die verschiedene geigen hörten, aber nicht sehen konnten ....
ergebnis: keiner konnte wirklich eine stradivari heraushören!!!!!!
prost