Öko-Dornfelder und glückliche Kühe

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Ich bin ja eigentlich kein großen Freund von Dornfelder, genaugenommen trinke ich ihn nicht wirklch gerne. Natürlich weiss ich, dass es ganz tolle Vertreter dieser Rebsorte gibt, aber in der Regel mache ich einen Bogen um diese Weine. Umso erstaunlicher war mein Erlebnis auf dem Demeter-Hof meines Freundes Walfried Sander hier in Gau-Odernheim. Zur Erklärung: Normalerweise treffen wir uns da alle am Ende eines Arbeitstages - nicht jeden Abend, aber doch häufig - reden über die Arbeit, trinken ein oder zwei Schoppen und spielen Tischfußball. Winzer- und Bauernwellness am Ende eines anstrengenden Arbeitstages, sozusagen... Neulich stand mir allerdings irgendwie mehr der Sinn nach einem Rotwein und Walfried präsentierte mir einen Dornfelder aus dem Jahr 2003. In der Regel verkauft er seinen Wein im Fass, hin und wieder füllt er aber einige Flaschen für den Hausgebrauch. Natürlich war ich skeptisch. Die Rebsorte, das Jahr 2003, eigentlich war das ja nichts für mich. Umso überaschter  war ich über das Ergebnis. Eine wunderschöne Frucht, reife, dunkle Beeren, eine animierende Säure, kurz: einfach klasse. Ein wunderbarer Zechwein. Ich war erstaunt und habe selbstverständlich die Flasche leergetrunken. Ein wirklich ausgezeichneter Wein, und das quasi nebenbei, denn der Schwerpunkt des Betriebes liegt auf der Landwirtschaft und den Kühen. Garantiert handelt es sich hier um die glücklichsten Kühe, die ich jemals gesehen habe. Ich glaube kaum, dass es einen vergleichbaren Betrieb in der Umgebung gibt, der seinen Rindviechern soviel Gutes angedeihen läßt. Und das zahlt sich aus. Das Fleisch aus der eigenen Produktion ist geschmacklich kaum zu überbieten und die Warteliste ist lang. Sicher, es gibt den bekannten Riesenboom auf alle Ökoprodukte, aber es ist einfach beruhigend, wenn man weiss, was man isst.

Veröffentlicht in Wein

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