Thursday, 19. march 2009
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15:44
Wir sind umgezogen. Unseren blog finden sie ab sofort hier www.wuertz-wein.de
würtz-wein
Am vergangenen Samstag hatte ich anläßlich des zweiten Grand-Cru-Club in diesem Jahr die
Gelegenheit gereifte Weine aus Australien zu probiere. Ein Thema, dem man im allgemeinen ja eher mit Skepsis begegnet. Australien ja, aber bitte jung und frisch. Dazu kann ich nur sagen: wer diese
Weine zu jung trinkt verpasst etwas. Wir hatten einen ganzen Reigen hochklassiger und feine Weine. Die, die mich am Meisten beeindruckt haben stelle ich hier kurz vor: Die Überaschung des Abend war
mich mich der 1992 James Irvine Grand Merlot aus der Magnum. Hier handelt es sich ja nicht gerade um den besten aller Jahrgänge. Dieser Wein war eine Offenbarung. Perfekt auf dem Punkt, Aromen von
ausufernder Fülle. Eine Explosion von schwarzen Früchten, barock und dick, aber trotzdem leicht zu trinken. Weltklasse. Ein Wein, der auf eine ganz merkwürdige Art und Weise eine eigene
Erotik besitzt. Ganz anders hingegen der 1998 Astralis. Ein Aristokrat unter der australischen Weinen. Soviel Finesse und Spiel, Eleganz und angenehme Attitüde. Herrlich. Das völlige Gegenteil
wiederum der Fox Creek Reserve von 1998. Das war eher der Bodybuilding Weltmeister. Ein Klotz, ein Hühne! Bedingungslos kräftig und völlig ohne Sinn für Humor und Hintergründiges. Trink mich, oder
stirb! Ein echter Männerwein.
Es gibt wohl kaum eine Sendung im deutschen Fernsehen, die so heftige und
unterschiedliche Reaktionen hervorruft wie die Lindenstrasse. Seit der Erstausstrahlung am 8. Dezember 1985 sorgt diese Serie für Diskussionsstoff. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie und
einigen ist sie schlichtweg egal. Ich gehöre zu denjenigen die diese Serie lieben und seit der Erstausstrahlung verfolgen. Es dürfte keine Folge geben, die ich nicht wenigstens einmal gesehen habe.
Für mich ist die Lindenstrasse dadurch zu viel mehr als einer bloßen Fernsehserie geworden. Ich habe, so merkwürdig das auch klingen mag, eine sehr enge und persönliche Beziehung zu all den
Charakteren und Handlungen die im Laufe der Jahre durch die Serie gewandert sind. Dementsprechend aufgeregt war ich vor einigen Tagen, als ich die Möglichkeit hatte an einer ganz speziellen und
besonderen Tour durch die Studios in Köln teilzunehmen. Eine Tour, die für den Normalsterblichen unerreichbar ist (Danke Claudia!!!!). Eines vorab: Unser Tourführer war ein sympathischer junger
Mann von der Pressestelle der Produktionfirma. Er hat seine Sache wirklich sehr gut gemacht, aber ich glaube er war froh, als wir wieder weg waren. In einigen Situationen war der arme Kerl
allerdings ernsthaft überfordert. Für einen Moment war ich anfangs allerdings auch überfordert. Bevor ich auch nur einen Zipfel der Produktion sehen durfte, mußte ich eine Erklärung unterschreiben.
Alles was ich sehen würde und auf den weiteren Verlauf der Handlung schließen läßt darf nicht veröffentlicht werden. Die aktuellen Dreharbeiten sind ungefähr drei Monate im Handlungsstrang voraus.
Also bitte nicht fragen, auch wenn ich Euch einiges erzählen könnte. Danach durfte ich einen Fragebogen ausfüllen. Neben so labidaren Fragen wie welche Charaktere man besonders möge und welche
nicht, gab es auch so Fragen wie: "Finden Sie es gibt zu viele Ausländer in der Serie?", "Finden Sie es gibt zu viele Schwulen und Lesben in der Serie?" und "Hat die Serie Ihnen im normalen Leben
schon bei Problemlößungen geholfen?". Da hat sich einer wohl ganz grundlegende Gedanken gemacht, was das Zielpublikum anbelangt.
Man muss sich das einmal vorstellen: Ich saß auf
Helga Beimers Sofa, am Tisch in der WG der Mädels (früher die Wohnung von Gabi), auf dem Sofa von Hansemann unter den Bildern des tragischen Franz Schildknecht und am Tisch von Else Kling! Ich
stand im Akropolis an der Bar und saß auf dem Sessel von Rehlein Berta Griese! Im Moment bekomme ich eine Gänsehaut!!! Natürlich weiß ich, dass alle diese Dinge nicht real sind. Aber diese Fiktion
gefällt mir so unglaublich gut, dass ich die Realität einfach mal ignoriere. Selbstverständlich war auch die ganze Technik und der Aufwand, der hinter dieser Serie steckt beeindruckend. Aber
das hat mich ehrlich gesagt nicht wirklich interessiert.
Ich wollte das gar nicht sehen.
Ich habe mich von einer Wohnung in die nächste treiben lassen, mir dabei überlegt wer früher darin gewohnt hat, welche Schicksale sich dort abgespielt haben und was sich in dieser Zeit alles
verändert hat. So ähnlich war das dann auch später in der Außenkulisse. Ich saß im Biergarten vom Akropolis, stand vor der Tür von Haus Nummer 3, lehnte am Schaufenster des Reisebüros, starrte
durch die Fensterscheibe des Café Beyer und bewunderte das Gewächshaus von Zorro im Hinterhof. Und ganz am Ende habe ich mich auf die Bank gesetzt, auf der normalerweise Harry sitzt. Der Penner
Harry, gespielt von keinem geringeren als Harry Rowohlt. jetzt fehlt zu meinem perfekten Glück nur noch ein kurzer Auftritt. Aber der kommt auch noch...
Demnach sind die drei Hauptthemen wenn es um Wein geht die
Rebsorten, die Anbaugebiete und die Süßegrade der Weine. Letzteres hätte ich nicht erwartet.
Bei den Rebsorten hat ganz klar der Riesling die Nase vorn, gefolgt vom Spätburgunder und dem Chardonnay. Bei den Anbaugebieten ist das Lieblingsthema die Mosel, gefolgt von Baden,
Rheinhessen, dem Rheingau und der Pfalz. Sehr viel wird auch über die Verschlußarten von Weinflaschen gebloggt, diskutiert und berichtet. Topthema mit großem Abstand hier natürlich der Naturkorken.
Wenn es um die Süßegrade geht ist das Thema "trocken" einsamer Spitzenreiter. Über den "halbtrockenen" Unsinn spricht glücklicherweise fast niemand. Bei den Produzenten, Erzeugern und Weinmachern
gibt es eine "Top-5".
Die sieht wie folgt aus: Dirk Würtz (36%), Fritz Haag
(21%), Dr. Loosen (16%), Bernhard Huber (15%) und Robert Weil (12,0%). Da mußte ich ja mal kräftig lachen...
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