Merkel rügt Papst
Angela Merkel, Protestantin, hat in ungewöhnlicher Deutlichkeit und ohne den Hauch von Diplomatie den Papst kritisiert. Sie fordert in aller Deutlichkeit eine Klarstellung in Sachen Leugnung des Holocaust. Ich hatte hier ja kürzlich schon über die Bruderschaft Pius X geschrieben, deren Chef nun wieder in der katholischen Kirche ist. Der Papst hat sich und der Kirche wohl wirklich keinen Gefallen getan, den britischen Holocaust-Leugner Richard Williamson wieder vom Kirchenbann zu befreien. Selbst engste Mitarbeiter des Papstes und die Kurie schütteln ob des entstandenen Flurschadens nur noch den Kopf. Und was macht die Kirche selbst?Wenig! Der Papst hätte in der Generalaudienz vergangene Woche alles nötige gesagt, und gut ist es. So ist das wohl n einem 2000 Jahre alten Unternehmen. Fraglich ist nur, was der Papst mit dieser Aktion bezweckt. Will er die Kirchen final leeren, nur um den ewig gestrigen Traditionalisten genüge zu tun. Das soll einer verstehen. Bei uns im Ort ist Sonntags die Kirche so oder so meistens nur spärlich besetzt. Bemerkenswert ist allerdings dieses an Schärfe und Direktheit kaum zu überbietende Kanzlermachtwort. Ich kann mich nicht erinnern, dass es ein Politiker jemals gewagt hat, derart den Papst zu kritisieren. Das hat schon was. Ich hoffe das war ernsthaft gemeint und nicht bloß eine kalkulierte taktische Maßnahme.
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