Der Papst, die Piusbrüder, der Holocaust und überhaupt...
Das Thema läßt mich nicht los und beschäftigt mich doch sehr. Ich bin nun einmal katholisch, aus Überzeugung, deswegen ist das wahrscheinlich auch so. Ich überlege hin und her, vor und zurück, und komme zu keinem finalen Schluß. Was treibt unseren Papst denn in dieser Geschichte an. War er wirklich einfach nur schlecht beraten, oder informiert? Mittlerweile glaube ich, dass er sich gar nicht so sehr viele Gedanken um den politischen Aspekt gemacht hat. Wahrscheinlich wollte er wirklich nur die "Schäfchen" zurückholen. Es würde auch in sein durch und durch theoretisch klerikales Denken passen. Vielleicht braucht er in seinem Beraterstab einfach nur mal einen mit Kontakt zur realen und zur irrealen politischen Welt. Eines muss ich allerdings kritisch anmerken. Etwas dass mir doch irgendwie schlecht aufstößt. Mir kommt es manchmal so vor, als hätten einige nur auf einen derartigen Lapsus gewartet um zum Generalangriff zu blasen. Was da teilweise an Kritik auf den Papst einschlägt, steht weit jenseits der Grenzen des guten Geschmack. Auf einmal wird er unterschwellig zum Antisemit gemacht. Frei nach dem Motto:"Wir wussten es ja schon immer". Hatte nicht die englische "SUN" den Papst nach seiner Wahl als Hitlerjunge gezeigt? Hat sich da nicht das ganze Land darüber aufgeregt? Machen wir das hier jetzt genauso? Das kann ja wohl nicht wahr sein. In allen Medien findet der Abgesang auf Benedikt statt. Sein Pontifikat wird jetzt schon zur allgemeinen katholischen Katastrophe erklärt. Ich wäre doch stark dafür, wieder zu einer sachlichen Art der Kritik zurückzukommen. Das Kind ist in den Brunnen gefallen, jetzt gilt es der Welt zu zeigen, dass wir Katholiken eben keine erzkonservativen, antisemitischen und ewiggestrigen Vollidioten sind. Das ist doch viel spannender!
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