Der Papst, die Bruderschaft und die Holocaust-Leugnung
Das ich katholisch bin hatte ich ja schon desöfteren kundgetan. Und eigentlich bin ích das ja auch ganz gerne. Die Ereignisse der letzten Tage lassen mich aber doch ganz stark zweifeln. Da gibt es eine erzkatholische Bruderschaft namens St. Pius X. Diese Bruderschaft ist so ziemlich gegen alles, was in der katholischen Kirche als "modern" angesehen werden könnte. Gegründet wurde dieser Verein von dem erzkonservativen Klerikalen Lefebre in Frankreich. Die meisten Köpfe dieser Bruderschaft wurden exkomuniziert. Jetzt hat aber der Papst diese Exkomuniziereung aufgehoben. Unter anderem auch im Falle des Chefs der Bruderschaft, Bischof Richard Williamson. Dieser Bischof tut sich insbesondere dadurch hervor, permanent und überall den Holocaust zu leugnen. Ein Straftatbestand in unserem Land, zum Glück! Ich frage mich ernsthaft, was sich der Papst und seine Kurie dabei wohl gedacht hat. Viel kann es nicht gewesen sein. Falls das ein diplomatischer Schachzug gewesen sein sollte um auch die "Ultras" wieder heim in den Schoß zu holen, ist das gründlich mißlungen. Die Resonanz auf diese Aktion ist zurecht verherend. Wie der Spiegel berichtet, bricht der Zentralrat der Juden den Dialog mit der katholischen Kirche nun ersteinmal ab. Kann ich gut verstehen, würde ich genauso machen. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der ein deutlicher Antisemitismus in Deutschland wieder einmal zu spüren ist, ist diese Entscheidung des Vatikans ein völlig falsches Zeichen.
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