wein im web 2.0 - die Zukunft?

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

So langsam aber sicher ist es einmal an der Zeit, einige ganz grundsätzliche Gedanken zum Thema "Wein im web 2.0" zu formulieren. Ein Auslöser hierfür ist natürlich die soeben gestartete cebit und die Aktivitäten die zu diesem Thema stattfinden werden. Ein weitere Auslöser sind die unzähligen Gespräche und Diskussionen die ich in den letzten Tagen zu diesem Thema geführt habe. Gespräche mit Interessierten, Kunden und natürlich auch Kollegen. Dabei habe ich festgestellt, dass es eine große Skepsis gegenüber diesen Themen gibt. Insbesondere was das bloggen und das mikrobloggen (twittern) anbelangt. Es hat den Anschein, als ob all diese Dinge entweder nicht ernst genommen oder einfach nur belächelt werden. Ich frage mich warum. Einerseits kann ich feststellen, dass es die reine Unkenntnis ist. Die Tatsache, dass keiner weiss was mikroblogging ist, die wenigsten es vernünftig erklären können, geschweige denn nutzen. Zum Anderen ist es die traditionelle Skepsis gegenüber allem Neuen. Das ist ein wenig schade, und eigentlich dachte ich, dass diese Zeiten lange vorbei sind. Der PC, das Internet gehören längst zum Alltag. Das sich das Ganze weiterentwickelt ist doch klar und auch ganz normal. Warum also diese Angst. Vor zehn Jahren war das ähnlich: "Hast Du schon eine homepage? Nein, brauche ich nicht" Und heute? Eine normale Homepage ist Standard. Aber leider dann doch schon irgendwie überholt. Genauso wird es mit dem bloggen und dem mikroblogging sein. In drei Jahren ist das ein Standard. Wahrscheinlich ein schon längst überholter. Ganz besonders wundert mich die Einstellung der Kollegen zu diesen Themen. Was macht es denn für einen Sinn in irgendeiner Fachzeitschrift einen Wein besprochen zu bekommen? Liest das jemand und falls ja, wer kommt denn von den Lesern und kauft auch tatsächlich Wein? Hand aufs Herz und ehrlich sein: So gut wie niemand. Und wenn ein potenzieller Kunde kommt, will der auch erst einmal gehalten werden. Im Netz passiert nichts anderes. Ein Wein wird besprochen, die Besprechung WIRD gelesen, und im besten Fall kommt der Kunde und kauft. Also wo ist das Problem? Die Kommunikationsmittel ändern sich nun einmal. Davor kann und darf man nicht die Augen verschließen. Der Niedergang der Printmedien in den vergangenen Monaten ist doch bereits ein deutliches Signal. Wenn sich das web 2.0 endgültig(und hoffentlich) zum "Mitmachnetz" ändert, dann wird die Welt ganz anders aussehen. Und wenn es einige Blogger und Twitterer einmal schaffen sollten eine gemeinsame Plattform aufzubauen, echte Synergieeffekte zu schaffen, dann wird es noch viel spannender. So viel ist sicher!
Natürlich ist und bleibt Wein ein ganz reales, schmeckbares und genießbares Erlebnis. Ein Erlebnis, dass man im besten Fall mit Freunden und Bekannten ganz persönlich teilt. Aber warum denn nicht auch mit den Freunden in der virtuellen Welt. Die ist mindestens genauso lebendig!

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daniel 03/11/2009 22:02

Think global, act local.

Es spricht rein gar nicht dagegen, den Wein direkt beim Erzeuger bzw. auf ganz persönlicher Ebene zu kaufen. Mein Vater zum Beispiel will Wein nur bei Winzern kaufen, denen er schon mal "in die Augen gesehen" hat.

Aber... Wenn ich mich informieren will, dann tue ich das heutzutage im Internet. Und ich lande zwangsläufig zunächst bei demjenigen, der hier die höchste Aufmerksamkeit erzeugt. Und gerade dazu ist das Web 2.0 (auch wenn der Begriff ja eigentlich schon wieder out ist) eben perfekt, GERADE weil hier eben keine sterilen Firmen- oder Image-Websites im Vordergrund stehen (wie noch vor einigen Jahren), sondern die Menschen und Persönlichkeiten dahinter sichtbar werden.

Der Weg, den Dirk hier beschreibt, zeigt in meinen Augen eine bemerkenswerte Weitsicht, die ich bei Leuten, die im weitesten Sinne nicht im Bereich Internet tätig sind, selten erkennen kann. Da steckt in meinen Augen noch ein gewaltiges Potenzial drin.

Meine Meinung dazu: Das "soziale Netz" und der persönliche Kontakt ergänzen sich perfekt. Das gilt für den Bereich Weinbau und Erzeugung genauso wie für andere Bereiche.

Und noch eine kleine Anmerkung am Rande:

Es gibt eine Reihe andere Beispiele, in denen Menschen über ihren Job oder ihre (berufliche) Passion bloggen und twittern. Dabei steht in keinem Fall der Gedanke der Profitsteigerung im Vordergrund - aber der Bekanntheitsgrad dieser Personen im Netz steigt gewaltig, wovon letzten Endes (ob gewollt oder ungewollt) auch das Geschäft profitiert. Siehe z.B. Thomas Knüwer vom Handelsblatt, Björn Harste als Shopblogger, Udo Vetter und das lawblog oder der Hostblogger von manitu.

dhalla 03/11/2009 22:02

Think global, act local.

Es spricht rein gar nicht dagegen, den Wein direkt beim Erzeuger bzw. auf ganz persönlicher Ebene zu kaufen. Mein Vater zum Beispiel will Wein nur bei Winzern kaufen, denen er schon mal "in die Augen gesehen" hat.

Aber... Wenn ich mich informieren will, dann tue ich das heutzutage im Internet. Und ich lande zwangsläufig zunächst bei demjenigen, der hier die höchste Aufmerksamkeit erzeugt. Und gerade dazu ist das Web 2.0 (auch wenn der Begriff ja eigentlich schon wieder out ist) eben perfekt, GERADE weil hier eben keine sterilen Firmen- oder Image-Websites im Vordergrund stehen (wie noch vor einigen Jahren), sondern die Menschen und Persönlichkeiten dahinter sichtbar werden.

Der Weg, den Dirk hier beschreibt, zeigt in meinen Augen eine bemerkenswerte Weitsicht, die ich bei Leuten, die im weitesten Sinne nicht im Bereich Internet tätig sind, selten erkennen kann. Da steckt in meinen Augen noch ein gewaltiges Potenzial drin.

Meine Meinung dazu: Das "soziale Netz" und der persönliche Kontakt ergänzen sich perfekt. Das gilt für den Bereich Weinbau und Erzeugung genauso wie für andere Bereiche.

Und noch eine kleine Anmerkung am Rande:

Es gibt eine Reihe andere Beispiele, in denen Menschen über ihren Job oder ihre (berufliche) Passion bloggen und twittern. Dabei steht in keinem Fall der Gedanke der Profitsteigerung im Vordergrund - aber der Bekanntheitsgrad dieser Personen im Netz steigt gewaltig, wovon letzten Endes (ob gewollt oder ungewollt) auch das Geschäft profitiert. Siehe z.B. Thomas Knüwer vom Handelsblatt, Björn Harste als Shopblogger, Udo Vetter und das lawblog oder der Hostblogger von manitu.

Biene 03/03/2009 21:52

Muss denn zwingend das eine ohne das andere? Natürlich gibt es aus dem Bereich des Traditionellen einiges, was schlichtweg nicht mehr profitabel ist. und sich überholt Aber z. B. das regionale Umfeld durch eine weltumspannende Vernetzung zu ersetzen, macht keinen Sinn. Da wird's auch in Zukunft des unmittelbaren menschlichen Kontakts bedürfen. Und der ist auch wichtig. Der Mensch ist und bleibt (hoffentlich!!!!!) ein emotionales Wesen. Der große Fortschritt ist für mich, dass ich, wann immer ich will und es in meinen Rhythmus und meine Bedürfnislage passt, auf die Kommunikationsform und das -medium meiner Wahl zurückgreifen kann. Ich bin eben nicht zwingend darauf angewiesen, dass irgendwann in zwei Wochen 'mal eine Zeitschrift erscheint oder jemand einen Termin für mich frei hat. Aber ich muss auch umgekehrt nicht, wenn ich das nicht will, alles nur noch mit Tastatur und durch den Orbit erledigen. Ich kann, wenn ich will! Vermutlich werden sich auch die Schwerpunkte meiner Kommunikationsansprüche im Laufe der Zeit weiter verändern (ich erinnere mich noch, dass ich als Kind zum sonntäglichen Telefonieren mit Muttern zum Telefonhäuschen gedackelt bin - und unter der Woche war nix mit telefonieren; vermisst habe ich das damals nicht; nein, ich bin nicht 100 Jahre alt!!!!), aber, Christian, da gebe ich dir recht, eine gute Portion "altmodischen" menschlichen Kontakts will und werde auch ich immer brauchen. Basta!

Christian 03/03/2009 20:40

Nein sehe ich nicht so. Ich bin der Meinung, dass man Wein immer noch über einen Händler kaufen sollte, der bei mir Zuhause an der Tür klopft und dann bete ich ihn herein und dann werde ich die Weine probieren. Man kann zwar vieles übers Netz machen aber ich denke, dass dieser „altmodische“ Weg immer noch der Beste ist. Also so sehe ich das zumindest. Allerdings bin ich schon offen für Neues und werde es mir sicherlich auch mal ansehen wenn es so weit kommen sollte.