Ärgernis der Woche

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Wie bereits angekündigt, gibt es bei uns ab sofort schreibende Verstärkung. Seit heute schreibt der Kollege "Dr. Motz" eine regelmäßige Kolumne unter dem Titel: "Argernis der Woche". Wir fangen mal langsam an und widmen uns in seiner ersten Ausgabe dem Breitensport...


Amtsmüde Funktionäre fahren Tennissport an die Wand
 
Jetzt hat der Unsinn also auch Rheinland-Pfalz erreicht: Ab der kommenden Tennis-Medenrunde wird es keinen dritten Satz mehr geben. Zumindest nicht in der bisherigen Form. Stattdessen wird beim Stande von 1:1 nach Sätzen ein so genannter Champions Tiebreak (bis 10) ausgespielt. Eine Entscheidung, die bereits im vergangenen Herbst "probeweise für ein Jahr in allen Altersklassen" beschlossen wurde, sich allerdings erst jetzt - wo es auf die neue Freiluftsaison zugeht - bei den Aktiven so langsam herumspricht. Zwar ist der neue Passus seit längerem schon auf der Homepage des Verbandes nachzulesen, allerdings nur nach beharrlichem gezieltem Suchen. Und welcher Spieler interessiert sich schon in den Wintermonaten für "Änderungen in der Wettspielordnung"?
 
 Umso lauter ist jetzt der Aufschrei: Hier wird der Tennissport von amtsmüden Funktionären vorsätzlich kaputt gemacht und an die Wand gefahren. In den Altersklassen mag die Neuregelung noch zu akzeptieren sein, bei den Aktiven und vor allem den Jugendlichen wird der sportliche Gedanke allerdings ad adsurdum geführt. Jeder, der schon einmal zum Racket gegriffen hat, weiß, dass im Tiebreak alles möglich ist. Hier wird Tennis zum Lotteriespiel. Bestraft werden damit ausgerechnet jene, die sich körperlich fit halten und in der Lage sind, auch konditionell einen regulären dritten Satz durchzustehen. Kurz gesagt: All die, die ihren geliebten Sport ernst nehmen.
 
Aber vielleicht ist ja noch nicht alles zu spät. Auch im benachbarten Hessen hat der Verband in den vergangenen Jahren immerwieder versucht, die Wettspielordnung entsprechend zu ändern. Das Resultat: Man ist stets am Veto der Aktiven gescheitert, die durch konzertierte Aktionen auch im Internet bis zu 10 000 (!) Unterschriften sammelten und so die Verbandsoberen zum Umdenken zwangen. Warum also sollte das nicht auch in Rheinland-Pfalz gelingen? Noch sollten die Funktionäre für nicht Aktiven da sein und nicht umgekehrt.

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pivu 02/16/2009 13:18

Da hilft nur eines: in 2 Sätzen alles klar machen!

Hintergrund für das ganze ist aber auch, um die parallel stattfindenden Spiele zeitlich nicht noch weiter auseinanderdriften zu lassen, damit die danach stattfindenden Doppelpaarungen (oft erst nach einer 2. Serie von Einzelspielen) noch vor Einbruch der Dunkelheit stattfinden können. Und selbst der fitteste Tennis-Amateur merkt spätestens im 3. Satz des Doppels die Anstrengungen eines vorangegangenen Marathonmatches.