Bio Branche trotzt der Krise...

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

so meldet es heute die Bio Fach in einer Presseerklärung auf ihrer homepage. Laut dieser Pressemitteilung ist die weltweite Wirtschaftskrise nicht im Bio-Bereich angekommen. 10 Prozent betrug das Wachstum in der Bio Branche im vergangenen Jahr und die diversen Verbände rechnen auch mit einem weiteren Wachstum. „Die Verbraucher, die aus der Überzeugung, etwas Gutes für sich und die Umwelt zu tun, Bio-Produkte einkaufen, werfen jetzt nicht einfach ihre Einstellung über Bord. Insbesondere nicht bei Lebensmitteln, die jeden Tag gebraucht und verzehrt werden", so der Geschäftsführer des BÖLW, Dr. Alexander Gerber. Das mag für Lebensmittel sicherlich zutreffen, doch wie sieht es beim Bio-Wein aus. Sicherlich ist die Nachfrage beim einzelnen Bio-Winzer nach wie vor konstant, oder sogar auch leicht steigend. Wie sieht es aber mit den Weinen aus, die in den Regalen der Supermärkte, oder auch der Bio-Märkte stehen. ALDI Süd hat im vergangenen Jahr einen Wein aus Rheinhessen mit Bio-Siegel in einer Aktion in den Verkauf gebracht. Mit mäßigem Erfolg. Und das bei einem fast schon sensationell günstigen Preis von 3,39 Euro. Bei teegut stehen mehrere demeter Weine in der gleichen Preiskategorie, ebenfalls mit eher mäßigen Erfolg. Es hat den Anschein, als ob sich der Verbraucher am Regal gegen den deutschen Bio-Wein entscheidet. Woran dies liegt ist allerdings schwer nachvollziehbar. Traut der Konsument dem deutschen Bio-Winzer nicht zu, vernünftige Weine auch in großen Mengen zu produzieren? Liegt es generell daran, dass der LEH-Kunde ausländische Weine bevorzugt? Am Preis kann es kaum liegen, denn ein Bio-Wein unter vier Euro ist nicht gerade das, was man teuer nennt. Oder liegt es daran, dass Bio noch nicht im "Weinkonsumentenbewußtsein" im LEH angekommen ist? Viele Fragen, kaum schlüssige Antworten. Man darf gespannt sein, wie sich diese Sache weiter entwickelt. Zumal es in den kommenden Jahren sicherlich nicht weniger Bio-Wein geben wird. Sehr viele Betriebe haben umgestellt, oder sind in der Umstellungsphase. Eben auch solche, die ihre Weine nicht nur in der Flasche, sondern im Fass vermarkten.

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Biene 02/11/2009 16:00

Dass ein Wein mit Bio-Siegel bei Aldi nicht zu den Weinen gehört, die der Aldi-Bestseller sind, kann ich mir erklären (ohne es allerdings wriklich zu wissen, will heißen statistisch belegen zu können): Der überwiegende Teil der Aldi-Kunden dürfte - zumindest derzeit (noch) - wohl eher den gesellschaftlichen Gruppen angehören, die weniger Wert auf Bio legen. Ich mutmaße, der durchschnittliche Aldi-Kunde würde zumindest zu Gunsten eines Bio-Siegels nicht auf ein quantitatives Mehr fürs gleiche Geld verzichten. Hier sehe ich aber die Betonung durchaus auf dem "noch". Wenn Aldi das schlau angeht, kann da, so denke ich, durchaus Marktentwicklung betrieben und Aldi für den "Öko-Bewussten mit weniger Taschengeld" erschlossen werden. Ein "?" muss ich für mich bei dem mäßigen Absatzerfolg von "Bio-Weinen" in den einschlägigen Bio-Supermärkten setzen. Läuft das denn parallel zu dem Absatzerfolg von Wein allgemein in diesen Läden? Das spräche dann dafür, dass der Bio-Supermarktkunde entweder dermaßen bewusst lebt, dass er nur Kräutertee trinkt, oder seinen Wein direkt beim ihm bekannten Winzer oder im Fachandel kauft. Aber ehrlich gesagt: Ich glaube das nicht wirklich.

Helge Hagener 02/11/2009 09:34

Da der Bio-Boom weiter gehen wird, werden auch die Bio-Weine weiter nachgefragt werden. Ich denke aber, dass das rasante Wachstum der letzten Monate/Jahre im Absatz vorbei ist. Bis das Segement der Bio-Weine aber mit den gleichen Absatz-Problemen zu kämpfen hat, die der Wein im allgemeinen, wird es noch etwas dauern.