STERN vs. Rodenstock

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Im vergangenen November berichtete ich hier und hier über den STERN Artikelzu den angeblichen Wein- und Etikettenfälschungen von Hardy Rodenstock. Seitdem hat man vom Magazin aus Hamburg in dieser Sache nichts mehr gehört. Ein Grund ist sicherlich, dass die ganze Angelegenheit mittlerweile wohl ein juristisches Nachspiel hat. In der heutigen Ausgabe des Magazins ist nun eine Gegendarstellung erschienen. Auf Seite 85 der aktuellen Ausgabe stellt Hardy Rodenstock mehrere Dinge aus seiner Sicht richtig. Die Reaktion des Blattes darauf ist bezeichnend:

"Rodenstock bestreitet, dass er eine Flasche mit besagtem Etikett 2007 ausgeschenkt hat. Er erkennt allerdings das Etikett als von ihm stammend an und versichert seine Echtheit. Dem stern liegen zwei Gutachten vor, wonach das vermeintliche echte Etikett in einem Verfahren gedruckt wurde, das es zum Zeitpunkt seiner angeblichen Herstellung noch gar nicht gab. Ferner sei es mit einem modernen Kunststoffkleber aus deutscher Entwicklung aufgetragen gewesen, der von dem französischen Weingut, von dem die Flasche stammt, nie verwendet wurde. Rodenstock hat alte Weinetiketten jahrelang auf eigene Rechnung nachdrucken lassen, darunter solche der Familie Rothschild".

Diesen Kommentar im Nachgang zur Gegendarstellung finde ich ehrlich gesagt schon ganz schön dreist. Da soll wohl dem Leser auf Teufel komm raus suggeriert werden, dass der STERN Recht hat und HR der Betrüger ist. Natürlich ohne es explizit zu sagen. Schlechter Stil!

Veröffentlicht in Wein

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