Wie kommt man in einen Weinführer?

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Heute bekam ich nebenstehnden Brief vom Jahreszeitenverlag. Ich darf mal die ersten drei Sätze zitieren:"Sehr geehrte Damen und Herren, wir freuen uns, Sie zur Aufnahme in das Premium-Taschenbuch Die besten Weingüter in Deutschland 2009 beglückwünschen zu können. Dieser praktische und informative Guide ist der aktuellen Ausgabe des WEIN Gourmet beigefügt. Ihr Weingut ist in den Kreis der 800 Besten aufgenommen worden und wird in diesem Who-is-Who der Weingüter vorgestellt. Dadurch wird über 75.000 mal in der WEIN Gourmet-Gesamtauflage auf die herausragende Fachkompetenz Ihres Gutes hingewiesen".
So weit so gut. Das Ganze hat aber mehrere Haken:
Erstens bekomme ich diesen Brief mittlerweile zum vierten mal. Zweitens habe ich noch nie in den vergangenen Jahren auch nur eine einzige Flasche Wein dahingeschickt und drittens habe ich auch noch nie den Fragebogen ausgefüllt. Ich wollte da nämlich schlicht und ergreifend noch nie mitmachen. Aber immerhin wissen wir jetzt, dass wir über Fachkompetenz verfügen und der WÉIN Gourmet eine Auflage von 75.000 Stück hat. Das ist doch auch was...

Veröffentlicht in unser Wein

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Felix Peters 12/06/2008 12:06

Hallo Dirk Würtz!
Mir ist auch etwas seltsames mit dem Weingourmet passiert. Heyl zu Herrnsheim wurde zerissen und mit einem alten Foto vom Gutshof, wo das Weingut 2006 ausgezogen ist präsentiert. St. Antony wurde nach jahrelangem zwei F Status nicht mehr erwähnt, obwohl Weine eingeschickt wurden. Wenn die Weine nach Meinung des Weingourmet es nicht Wert gewesen wären und man hätte die Kritik abgedruckt OK - das ist Job eines Weinführers. Aber es stellte sich bei Nachfragen heraus, dass der Verantworltiche meinte: O-Ton "ich habe irgendwo gehört, es würde St. Antony nicht mehr geben". Wahrscheinlich waren die St. Antony Weine, die der Verkosterjury vorlagen auch nur eine vata morgana.
Nun gut, wir werden in Zukunft keine Weine mehr dort hin schicken. Nicht weil wir keine Kritik vertragen, sondern weil es hier offensichtlich nicht für nötig befunden wird, einen umfassend erarbeiteten Weinführer herauszugeben sondern mit einem schlechten Abklatsch anderer Weinführer die Leser billig abzuspeisen. Grüße Felix Peters

Dirk WÃ1/4rtz 12/07/2008 17:34


Hallo Felix Peters,
das ist natürlich starker Tobak und hat mit einem journalistischen Anspruch eigentlich gar nichts mehr zu tun. Fehler kann natürlich jeder machen, dass steht außer Frage. Aber nach
"hörensagen" ein Traditionsweingut, dass schon immer zur Gebietsspietze gehört hat abzukanzeln ist schon wirklich dreist. Passt aber leider genau in das Bild...


Biene 12/05/2008 13:23

Ich würde gerne 'mal in der Redaktion Mäuschen spielen, um 'rauszubekommen, was die Jungs und Mädels dort erreichen wollen.

Harald 12/04/2008 14:27

Geht mir genauso wie Dir. Mittlerweile bekommt der Weingourmet zwar Proben, aber ich vermute, das sie anderweitig verwendet werden und die Beurteilung im Führer erwürfelt wird...

Dirk WÃ1/4rtz 12/07/2008 17:34


So muss einem das vorkommen...


Iris 12/04/2008 14:13

Na, dann werde ich das Ding, das bei mir auch noch irgendwo als kostenlose Beilage zur letzten Weinzeitschrift, deren Abo ich vergessen habe zu kündigen, rumliegt, rauskramen und Deinen Eintrag suchen.

Ich war allerdings davon überzeugt, dass da nur bezahlte Einträge drin sind - oder erledigen das die Weinhändler für ihre Winzer?

Wo stehst Du denn, im Index finde ich Dich nämlich weder unter Würtz noch unter Dirk?

pivu 12/04/2008 13:39

vor allem wundert's mich, dass du nicht zur überreichung einer kleinen spende aufgefordert wurdest. bei den besten weinhändlern (oder bäckern, oder metzgern etc.) ist das der fall.