Artikel teilen! E-Mail an Merkel: Da wir ja bekanntlich in einer Demokratie leben und ich einfach nicht mehr anders konnte, habe ich heute unserer Bundeskanzleri ...
Da wir ja bekanntlich in einer Demokratie leben und ich einfach nicht mehr anders konnte, habe ich heute unserer Bundeskanzlerin eine E-Mail geschickt. Um meinem angestauten Unmut ein wenig Luft
zu verschaffen. Mal sehen ob da überhaupt einer drauf reagiert. Hier der Wortlaut:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
ich kann mittlerweile nicht mehr umhin, Ihnen in einigen Zeilen meine momentane Gefühlslage bezüglich all der unschönen Dinge in der jüngsten Vergangenheit mitzuteilen. Wohlwissend, dass
diese Zeilen Sie wahrscheinlich niemals persönlich erreichen.Das macht aber nichts, ich will und muss meine Gedanken niederschreiben. Schließlich leben wir in einer Demokratie, in der das Recht
auf eine eigene, mitzuteilende Meinung ein hohes Gut darstellt. Die weltweite Wirtschaftskrise mit all ihren Auswirkungen trifft uns alle wie ein sehr kräftige Schlag ins Gesicht. Sie als
Kanzlerin, und all Ihre Minister, sind gefordert die Krise so gut es geht zu managen, um den größten Schaden von unserem Land und für uns Bürger fernzuhalten. Nebenbei bemerkt wollte ich nicht
mit Ihnen tauschen. Insofern bin ich doch leidlich zufrieden mit Ihrer momentanen Arbeit. Was mich allerdings langsam aber sicher unglaublich stört ist, dass wir, der gemeine Steuerzahler, mit
unseren Steuergeldern, die Rechnung bezahlen. Jahrelanges offensichtliches Missmanagement, unsägliche Gier und eine "Uns-kann-keiner-was" Mentalität der "Wirtschaftslenker" haben uns in diese
Situation gesteuert. Ich sehe und lese keine Reue, keine Entschuldigung, kein Eingeständnis eines Fehlers. Im Gegenteil: Staatliche Hilfe wird wie selbstverständlich gefordert und in Anspruch
genommen. Niemand dieser herrschaften wird zur Rechenschaft gezogen. Ganz anders sogar, teilweise auch noch belohnt. Wieso darf die Commerzbank die staatliche Hilfe zur Finanzierung der Dresdner
Bank Übernahme benutzen? Um nur mal ein Beispiel zu nennen. Warum müssen wir die Verluste von GM finanzieren? Natürlich finde ich es richtig 70.000 Arbitsplätze zu retten, aber was ist die
Gegenleistung? Mir erschließt sich das alles nicht mehr. Sobald es diesen Firmen wieder besser geht, werden sie von alledem nichts mehr wissen wollen.
Ich produziere hier in Rheinhessen seit Jahren Wein. Bekomme ich auch eine Bürgschaft, wenn ich einen oder zwei Jahrgänge "in den Sand setze"? Wohl kaum. Steigt dann auch der Staat bei mir ein?
Immerhin geht es auch hier um Arbeitsplätze. Ich befürchte das wird leider keinen interessieren.
Selbstverständlich habe auch ich kein Patentrezept zur Krisenlösung. Aber einen Vorschlag hätte ich. Hören Sie doch einmal auch die kleinen und ganz kleinen Selbstständigen an, quasi den unteren
Rand des Mittelstandes. Die hätten sicherlich auch einiges zu den aktuellen Themen zu sagen. Vorschläge zu machen, was man besser oder anders machen könnte. Diese Leute denken nämlich oftmals
wesentlich globaler und praxisorientierter als so mancher Vorstandsvorsitzende. Letztere denken leider meistens nur an sich.
Mit freundlichen Grüßen
Dirk Würtz