Banken-Rettung

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Jetzt ist es also amtlich, das Gesetz zur Bankenrettung hat den Bundestag passiert, so schnell wie noch kein anderes Gesetz jemals zuvor. Die Regierung ist glücklich, die Banker wohl auch. Und der Rest? Ist der auch glücklich? Ich nicht, im Gegenteil, ich bin extrem angenervt. Von wegen Leistungsprinzip, Wettbewerb und was weiss ich noch alles. Die Unfähigkeit und insbesondere die grenzenlose Gier einiger "Top-Banker" wird nun noch belohnt. Jetzt könnte mir das ja eigentlich egal sein, ist es aber überhaupt nicht. Unsere Steuergelder werden benutzt, und das ist ein Skandal! Wenn ich das richtig verstanden habe, gehen jetzt ersteinmal ganz konkret 100 Mrd. Euro weg. In Zahlen 100.000.000.000. Stimmen die Nullen??? Sollte ich, wenn mal 300.000 Liter Wein kaputt gehen, dem Kanzleramt eine mail schicken und nach einer Bürgschaft fragen? Oder steigt der Staat dann gleich bei uns ein? Was ist das? Moderne Sowjetzeiten?
Es ändert sich doch so oder so nichts, oder glaubt irgendjemand, dass die Situation großartig besser wird. Ich nicht. Im Gegenteil sogar. Wenn man sich mal die Weltwirtschaftskrise im vergangenen Jahrhundert betrachtet, fallen doch sehr viele Gemeinsamkeiten auf. Und werden unsere "Top-Banker" jetzt etwas demütiger? Im Leben nicht
Hat mich einer gefragt, ob ich das will? Interssiert die das in Berlin überhaupt?
Wie heißt der berühmte Spruch: "Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen könnte"
Ich weiss, das klingt hart, aber das ist es auch!
Sagt mir Eure Meinung, überzeugt mich, dass ich mich irre. Bitte!

Veröffentlicht in kein Wein

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hans 10/18/2008 12:38

ach, auf die bankenmanager (oder wohl passender 'bankräuber')
kann man/frau sich zu hundert prozent verlassen! vertrauen pur!
denn wer hätte was anderes erwartet als:
'wall street wahnsinn - banker in den usa gönnen sich 70 milliarden boni auszahlung' (spiegel online schlagzeile von heute)

was ich allerdings niemals verstehen werde ist die parole der politiker, die
uns einhämmern, dass es für das milliardengeschenk an die banken nun überhaupt keine alternative gäbe. wirklich, keine alternative. und immer wieder: keine alternative ...
das werde ich nie verstehen!

Dirk Würtz 10/18/2008 13:01


Ja, da fehlen einem wirklich die Worte. Ich stelle diesen Bericht gleich auf den blog


Biene 10/17/2008 22:41

Ich bin jetzt vielmehr gespannt, wofür diese Staatshaftungsfinanzspritze zukünftig alles als Entschuldigung herangezogen werden wird. Dahinter lassen sich jetzt nämlich ganz hervorragend jedes politische Nicht- und Missmanagement bzw. jede Menge unpopulärer Entscheidungen verstecken.

pivu 10/17/2008 20:29

nochmal Dirk, für mich ist das nix anderes als chapter 11 in USA, quais eine Veränderung des Konkurs-/Ausgleichsrechts, zum Wohle des Unternehmens und seiner Angestellten, zu Lasten der (meist besser situierten) Gläubiger. Und der Steuerzahler haftet so oder so.

Dirk Würtz 10/18/2008 13:11


und was nun? Die Commerzbank hat es wohl doch nötig...


hans 10/17/2008 19:35

ich finde es auch schrecklich ärgerlich!!
was wäre eigentlich, wenn man das geld einfach verteilen würde ...
aber nur denen, die nicht mehr als 5 000 € pro monat durch geregelte arbeit oder selbständigkeit einsacken können.
da wäre plötzlich so viel vertrauen da, dass die post abginge ...

jetzt wird wieder alles gefiltert. unten kommt nix an!
und die 'bankräuber' werden vergoldet!
(deren -kriminelle- energie ist noch lange nicht am ende!)
leider

pivu 10/17/2008 17:33

Keine Sorge, Du irrst: der Staat investiert erst dann, wenn die Bank quasi pleite ist, um sie zu retten. Nix anderes als Chapter 11 sozusagen - Schutz des Unternehmens tritt vor Schutz der Gläubiger. Geh' davon aus, dass kein Institut Interesse haben wird, diese Hilfe freiwillig in Anspruch zu nehmen. Das heisst auch, dass das insgesamt bereitgestellte Geld nur n geringem Maße in Anspruch genommen wird.

Vielleicht hilft's, weniger Bild zu lesen oder RTL zu schauen ;-) .

Dirk Würtz 10/17/2008 20:08


Wenn es ja BILD und RTL wäre, hätte ich weniger Bedenken. Hier geht es ums Prinzip. Und das heißt ab sofort haftet der Steuerzahler!