Thursday, 21. august 2008 4 21 /08 /Aug. /2008 11:37
Eine interessante Meldung gibt es heute auf dem blog von Mario Scheuermann, zum Ende der Mainstream-Weine in den USA. Ein amerikanischer blogger bricht eine Lanze für individuelle und charaktervolle Weine. Zumindest in den USA. Doch wie ist es hier in Deutschland? Einerseits wird immer wieder nach eigenständigen Weinen gerufen, andereseits wird exakt das Gegenteil davon konsumiert. Das ist eigentlich merkwürdig, irgendwie aber auch logisch. Eigenständig und unverwechselbar ist toll und erstrebenswert. Es muss aber auch schmecken. Und zwar ohne große Erklärungen à la "den Wein muss man begreifen und verstehen". Das funktioniert in der Breite nur in den seltensten Fällen. Noch dazu, wenn wichtige Begriffe wie Terroir, Handwerk, Premium und Spitzenwein und irgendwelche Gesteinsnamen geradezu inflationär eingesetzt werden. Gerade der Begriff "Spitzenwein" ist mittlerweile auf dem Weg so labidar und aussagelos zu werden wie der Name einer Großlage. Was ist denn eigentlich ein Spitzenwein und wer macht ihn dazu? Geschicktes Marketing, Journalisten, übereifrige Weinexperten? Ist ein Müller-Thurgau mainstream? Kann das ein Spitzenwein sein? Viele Fragen, ich weiß. Für mich ist ein Spitzenwein schnell definiert: Eine der wichtigsten Punkte ist beispielsweise die Verfügbarkeit. 1.000.000 Flaschen sind zwar quantitativ echt spitze, aber das war es auch schon. Wenn ich einen "Sine Qua Non" (Wein aus den USA) will, wird die Luft schon dünner. Zu Recht, sonst wäre es auch nicht Premium. Und das muss polarisieren und eben nicht jedem schmecken, was der nächste  wesentliche Punkt wäre. Weine die jedem schmecken sind mainstream und eben nicht Premium. Ganz einfach! Da man das Ganze ja aber auch verkaufen will/muss, gibt es natürlich schon die Versuchung, auch das Premiumprodukt wenigstens ein bißchen massentauglich zu machen. Bestes Beispiel hierfür: trockene Spitzenrieslnge aus deutschen Landen.  Obwohl als "trocken" gekennzeichnet, haben sie doch oft eine deutlich schmeckbare "dienliche Süße". Und schon sind wir wieder im Mainstream angekommen. Schwieriges Thema, ich weiß.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein - Community: Wein & mehr
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