Terroir-Patenamt und der VDP

Veröffentlicht auf von Dirk Würtz

Gerade lese ich die Stellungnahme des VDP Präsidenten Christmann zum aktuellen Namensstreit link
Grundsätzlich finde ich das absolut richtig: Den Weinlagen muss ihre Bedeutung wiedergegeben werden. Da hat er recht.

Nur hier:"

Die Verwendung von Bodenbegriffen für Weine mittlerer Qualität wie „Schiefer", „Porphyr" oder „Sandsstein“ können eine sinnvolle Lösung für den Winzer und für die Kunden sein, da sie logisch, verständlich und zudem noch schmeckbar sind."


bin ich doch anderer Meinung. Das ist doch eher was für Spezialisten, Weinfreaks und echte Könner. Unter "Schiefer und Sandstein" kann sich sicherlich jeder etwas vorstellen. Aber bei "Porphyr", "Quarzit" und ähnlichen wird es ohne Geologiestudium doch schon deutlich schwieriger. Beim "schmeckbar sein" hört es dann allerdings ganz auf. Wie schmeckt den Porphyr????? Gibt es da ein klassifizierbares Geschmacksbild? Ich habe noch nicht daran geleckt. Will ich glaube ich auch nicht wirklich...
Der Kollege Fiedler trifft es meiner Meinung nach hier http://www.bernhard-fiedler.at/weblog/ auf den Punkt.
Im Übrigen gibt es doch für alles die passende Hefe;-)

Veröffentlicht in Wein und Politik

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pivu 08/05/2008 09:08

Bezeichnend war mal ein Erlebnis, als ein österreichischer Kultwinzer den dort inflationären Begriff "Urgestein" nicht erklären konnte.

Spannender finde ich da den ph-Wert (und dessen schmeckbare - Stichwort Mundgefühl - Eigenschaften), und Bernhards Ausführungen gehen ja auch in die Richtung. Vor einiger Zeit war ich bei einer (Natur)Wein-Verkostung mit der Aufgabenstellung, den ph-Wert, zu erschmecken, ist der Boden z.B. sauer, kalkhaltig, etc. Spannend!

Dirk Würtz 08/05/2008 09:27


Da kommen wir dann auch langsam auf den richtigen Weg. Ph-Wert ist was objektiv mess- und feststellbares. Gesteinslutschen gehört in die Kategorie "Zwerge werfen"


Biene 08/04/2008 23:32

Vielleicht bin ich ja nur zu dämlich, zu ottonormalverbraucherweingebildet oder zu wenig vorderpfälzisch geprägt, um das zu durchschauen, aber: Trauben, die auf einem "hochwertigen Boden" gewachsen sind, werden doch genauso wenig automatisch zu einem guten wein, wie diejenigen, die in einer "hochwertigen" Lage am Stock hingen. Sowohl ein Wein von der Super-Lage, als auch vom Super-Terroir kann ja wohl ggf. wenig erbaulich sein. Für Böden, Lagen und Weine mittlerer Qualität gilt das analog doch umso mehr, oder? Wo also liegt der Gewinn für mich Ottonormalverbraucher, wenn ich jetzt am Porohyr schlecke, bevor ich einen Wein kaufe, von dem ich lese, dass er vom Porphyrboden stammt?

Dirk Würtz 08/05/2008 09:11


Das trifft es ziemlich genau. Die Franzosen sagen: Es ist der Mensch, der das Terroir macht!
Es ist sehr einfach aus Supertrauben vom einem Superboden einen ziemlich belanglosen Wein herzustellen. Kann jeder!