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würtz-wein
Unter diesem doch etwas merkwürdig
anmutenden Motto, war ich gestern Abend zu einer Probe in einen kleinen, aber feinen Weinkeller in Harxheim in der Nähe von Mainz eingeladen. Zum Glück erwies sich das Motto einfach nur als
Scherz.... Mein Freund Michael Gmall, ausgewiesener Südafrikafreund und -kenner, hatte zu einer interessanten und im Nachhinein denkwürdigen Weinprobe geladen. Zehn Rotweine aus Südafrika, allesamt
Bordeaux Blends standen zur Verkostung und ich muss gestehen, ich war mehr als skeptisch. Die Weine waren zum Teil fast 20 Jahre alt und meine Skepsis bezüglich der Trinkbarkeit doch enorm
hoch. Lange Rede kurzer Sinn. Die Weine waren beeindruckend, teilweise sogar noch viel zu jung. So kam es, dass ich mir zum ersten Mal seit Jahren wieder Notizen auf einer Weinprobe gemacht habe.
Normalerweise halte ich das für überflüssig. Hier die Details:
Nach einer derartigen Probe ist natürlich
kaum noch einer nüchtern, und wenn ich schon einmal in einem Weinkeller sitze, dann schaue ich mich natürlich um. Und was mußte ich entdecken? Mouton, Latour, Cheval Blanc und Kollegen. Nach
einer kurzen, aber eindringlichen Penetrationphase konnte ich den Gastgeber und seinen Kollegen dann auch relativ schnell begeistern zwei weitere Flaschen zu öffnen. 1989 Mouton und 1992 Latour.
Der Mouton war so, wie ein Mouton sein muss. Minze, Lakritze, ein Hauch von Nüssen. Kaffee, Röstaromen, ein wahres Sträußchen voller Gerüche und Geschmäcker. Natürlich auch noch viel zu jung, aber
was solls. Irgendwann muss man das Zeug ja mal trinken. 91/100. Der Latour, aus dem angeblich so schlechten Jahr 1992 war eine Offenbarung. "Kleines Jahr, großer Latour" So habe ich es einmal
gelernt, und so ist es wohl auch. Ein hochkonzentrierter und dennoch eleganter Wein. Der trotz seiner leicht animalischen Art unglaublich süffig ist. Meine Empfehlung: Kistenweise trinken. Besser
geht es kaum noch. 95/100. Zum Abschluss gab es noch einen 1990 La Croix de Gays. der war irgendwie o.k.. Den hätten wir uns aber auch sparen können. Ein Colaschoppen zum Schluß hätte es auch
getan...
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und überall erscheinen die üblichen Jahresrückblicke. Das nehme ich einmal zum Anlaß, meinen ganz eigenen Jahresrückblick zu erstellen. Um es einfacher zu
gestalten, aufgeteilt in Tops und Flops in verschiedenen Kategorien:
Personen die gefloppt sind, komische Dinge gemacht haben, oder einfach nur nerven (Teil 1)
Sabine Bätzing, SPD, Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Durch ihren missionarischen Übereifer, gepaart mit einer wohl stark ausgeprägten Profilierungssucht war diese Dame wirklich
anstrengend. Ungekrönte Meisterin im "fordern und umgehend zurücknehmen". Bleiben die Umfragewerte der SPD auch im kommenden Jahr so wie sie jetzt sind, ist Frau Bätzing nach der nächsten
Bundestagswahl Geschichte. Den Einzug in den Bundestag wird sie dann wohl kaum schaffen. Die Hoffnung stirbt zuletzt...
Andrea Ypsilanti, SPD, beinahe Ministerpräsidentin in Hessen. Selten hat es jemand in der Politik geschaftt, sich derartig selbst zu demontieren und seiner Partei zu schaden wie sie. Dagegen war
Scharping und seine Gräfin eine Lapalie. Es wurde interpretiert, gelogen und gedreht was das Zeug hielt. Mit fast schon autistischen Zügen hat sie die Macht für sich beansprucht. Zeichnet sich
durch hohes Demokratieverständnis aus: "Wahlzettel müssen mit dem Handy fotografiert werden"... Was bleibt von ihr übrig? Wenig, ausser das Koch weiter Hessen regiert.
Lance Armstrong, Radrennfahrer. Der Rekordgewinner der Tour kündigte sein Comeback an. Verklagt alles und jeden, der ihn des Dopings bezichtigt. Kämpft öffentlich für/gegen den Krebs und schadet
doch einfach nur allen. Dem Sport und denen für deren Sache er sich einsetzt. Mein persönlicher "Unglaubwürdigkeitsdauerpreisabogewinner"
Dr. Roger Kusch, ehemaliger unehrenhaft entlassener Justizsenator in Hamburg und Chef des Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V. Nicht das ich grundsätzlich gegen Sterbehilfe wäre, aber dieser Herr
macht ein Geschäft daraus. Auch wenn er das versucht zu bestreiten hat die ganze Sache doch einen wirklich sehr unangenehmen Beigeschmack. Letzlich hat ihn Michel Friedmann in seiner Sendung doch
gänzlich entlarvt und überführt. Wer mit dem Tod Geschäfte macht hat keine Moral!
Johannes B. Kerner, ZDF-Allzweckwaffe. Ob Sport, ob Talk-Show, oder Gala medial dauerpräsent. Immer nett, immer freundlich und immer inhaltslos. Jettet von Peking nach Deutschland um ein
Fußballspiel zu moderieren. Da frage ich mich, ob es in einem durch Gebühren finanziertem Sender keine Alternativen gibt. JBK steht stellvertretend für eine ganze Generation von Moderatoren, auf
die ich gerne verzichten könnte.
Das meldet heute Spiegel Online. In Frankreich hätten Anlaysen enorm hohe Pestizidrückstände in verschiedenen Weinen
nachgewiesen. Darunter sollen auch einige berühmte bordelaiser Gewächse gewesen sein. Jetzt könnte ich jmich über diesen Artikel ja freuen und sagen: Ich habe es immer gewußt, öko ist die
einzige Alternative. Davon bin ich natürlich überzeugt. Einiges an diesem Artikel kommt mir allerdings sehr merkwürdig vor. Zum einen erscheint er just in diesem Moment, wo Pestizidlobby und
Ökolobby streiten. Zum anderen finden sich doch einige inhaltliche Ungereimtheiten, wie diese hier: "Vor Ort stellen sich Zweifel ein. Wie die konventionelle Herstellung aussieht, kann man
derzeit rund um Bordeaux bestaunen: Hochbeinige Zugmaschinen mit wuchtigen Plastiktanks schieben sich durch die Reben und versprühen weiße Wolken streng riechender Chemikalien. Ganz gesund können
die Substanzen nicht sein – in den geschlossenen Traktorkabinen sitzen Fahrer in Schutzanzügen. Der Boden ähnelt einer Mondlandschaft und selbst da, wo die Grasnarbe zwischen den Reben erhalten
bleibt, wächst am Fuß der Weinstöcke kein Halm mehr. Junge Setzlinge müssen mit Plastik-Hüllen vor den aggressiven Substanzen - Herbiziden, Fungiziden, Pestiziden - geschützt werden, die bis zur
Weinlese immer wieder über den Feldern niedergehen."
Ich kann mir nicht vorstellen, was DERZEIT rund um Bordeaux gespritzt werden soll und die Plastik-Hüllen sind wohl eher ein
Schutz vor Tieren, als ein Schutz vor giftigen Substanzen. Ich bin ein großer Verfechter und Befürworter des ökologischen Weinbaus, aber solche Artikel helfen kaum.
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