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Freitag, 30. januar 2009
Im vergangenen September wurden ein Winzer und ein Weinhändler aus Baden-Würtemberg rechtskräftig verurteilt. Über 100.000 Liter Wein wurden falsch deklariert und in den Verkehr gebracht. Beide wurden zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt. So weit so gut. Dann wurde es allerdings spannend. Das zuständige Landratsamt hat auf seiner Internetseite die beiden benannt und die falsch deklarierten Weine aufgeführt. Ein Eilantrag der "Weinpanscher" folgte um diese Daten wieder von der Seite zu bekommen. Ist irgendwie logisch, wer will schon öffentlich am Pranger stehen. Dieser Antrag wurde nun vom Verwaltungsgericht in Stuttgart abgelehnt. Châpeau kann ich da nur sagen! Das Verwaltungsgericht beruft sich auf das neue Verbraucherinformationsgesetz, indem das schutzwürdige Interesse desVerbrauchers über die Geschäftsinteressen irgendwelcher Betrüger gestellt wird. Wie schön, dass es dieses Gesetz gibt.
Mehr Informationen zu diesem Fall auch hier bei der Weinakademie.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein und Politik - Community: Wein & mehr
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Donnerstag, 29. januar 2009
Im vergangenen November berichtete ich hier und hier über den STERN Artikelzu den angeblichen Wein- und Etikettenfälschungen von Hardy Rodenstock. Seitdem hat man vom Magazin aus Hamburg in dieser Sache nichts mehr gehört. Ein Grund ist sicherlich, dass die ganze Angelegenheit mittlerweile wohl ein juristisches Nachspiel hat. In der heutigen Ausgabe des Magazins ist nun eine Gegendarstellung erschienen. Auf Seite 85 der aktuellen Ausgabe stellt Hardy Rodenstock mehrere Dinge aus seiner Sicht richtig. Die Reaktion des Blattes darauf ist bezeichnend:

"Rodenstock bestreitet, dass er eine Flasche mit besagtem Etikett 2007 ausgeschenkt hat. Er erkennt allerdings das Etikett als von ihm stammend an und versichert seine Echtheit. Dem stern liegen zwei Gutachten vor, wonach das vermeintliche echte Etikett in einem Verfahren gedruckt wurde, das es zum Zeitpunkt seiner angeblichen Herstellung noch gar nicht gab. Ferner sei es mit einem modernen Kunststoffkleber aus deutscher Entwicklung aufgetragen gewesen, der von dem französischen Weingut, von dem die Flasche stammt, nie verwendet wurde. Rodenstock hat alte Weinetiketten jahrelang auf eigene Rechnung nachdrucken lassen, darunter solche der Familie Rothschild".

Diesen Kommentar im Nachgang zur Gegendarstellung finde ich ehrlich gesagt schon ganz schön dreist. Da soll wohl dem Leser auf Teufel komm raus suggeriert werden, dass der STERN Recht hat und HR der Betrüger ist. Natürlich ohne es explizit zu sagen. Schlechter Stil!
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein - Community: Wein & mehr
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Donnerstag, 29. januar 2009
Das ich katholisch bin hatte ich ja schon desöfteren kundgetan. Und eigentlich bin ích das ja auch ganz gerne. Die Ereignisse der letzten Tage lassen mich aber doch ganz stark zweifeln. Da gibt es eine erzkatholische Bruderschaft namens St. Pius X. Diese Bruderschaft ist so ziemlich gegen alles, was in der katholischen Kirche als "modern" angesehen werden könnte. Gegründet wurde dieser Verein von dem erzkonservativen Klerikalen Lefebre in Frankreich. Die meisten Köpfe dieser Bruderschaft wurden exkomuniziert. Jetzt hat aber der  Papst diese Exkomuniziereung aufgehoben. Unter anderem auch im Falle des Chefs der Bruderschaft, Bischof Richard Williamson. Dieser Bischof tut sich insbesondere dadurch hervor, permanent und überall den Holocaust zu leugnen. Ein Straftatbestand in unserem Land, zum Glück! Ich frage mich ernsthaft, was sich der Papst und seine Kurie dabei wohl gedacht hat. Viel kann es nicht gewesen sein. Falls das ein diplomatischer Schachzug gewesen sein sollte um auch die "Ultras" wieder heim in den Schoß zu holen, ist das gründlich mißlungen. Die Resonanz auf diese Aktion ist zurecht verherend. Wie der Spiegel berichtet, bricht der Zentralrat der Juden den Dialog mit der katholischen Kirche nun ersteinmal ab. Kann ich gut verstehen, würde ich genauso machen. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der ein deutlicher Antisemitismus in Deutschland wieder einmal zu spüren ist, ist diese Entscheidung des Vatikans ein völlig falsches Zeichen.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Poltikblog - Community: Wein & mehr
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Donnerstag, 29. januar 2009
Gerade finde ich einen Artikel in der Welt vom vergangenen Samstag, in der Hendrik Thoma ausführlich interviewt wird. Und was lese ich? Endliuch mal eine Reaktion auf die "fünf-Euro-Debatte". Na da war es aber auch mal Zeit. Danke! Das Ganze finde ich übrigens sehr sympathisch und angenehm zu lesen.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein - Community: Wein & mehr
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Montag, 26. januar 2009
Am 1. August 2009 tritt die neue EU-Weinmarktordnung in Kraft. Jetzt fragt sich natürlich jeder Konsument, was ist das, interessiert mich das, brauch ich das? Die Antwort ist relativ einfach: Ja, ja und ja! In dieser Weinmarktordnung sind gravierende Änderungen vorgesehen. So ist zum Beispiel die mithin wichtigste Regelung dieser Weinmarktsordnung die mehr oder minder Abkehr vom bisherigen Qualitätsweinprinzips hin zu einer Art garantierten Ursprungsbezeichnung. Das ist meiner Meinung nach schon lange fällig. In Deutschland wird, wie in keinem anderen Weinbauland der Welt, die Qualitätsbezeichnung des Weines am Zuckergehalt der Traube festgemacht. Das ist absurd, denn ein hoher Zuckergehalt der Traube sagt noch gar nichts über die Qualität des Weines aus. Im Gegenteil. Wieviel Imageschaden haben all die grauenvollen "Spät- und Auslesen" angerichtet, die in den vergangenen Jahrzehnten den Markt überschwemmt haben. Jetzt wäre die Chance da, eine Art Appelationssystem einzuführen, wie es fast überall in Europa Standart ist. Das würde auch dem Verbraucher helfen durch das Dickicht der Weinbezeichnungen zu sehen. Natürlich steht das im Widerspruch zur deutschen Weinkultur. Aber manchmal muss man sich von Dingen trennen können um weiter zu kommen. Wenn man sich im Übrigen die Weine ansieht, die im In- und Ausland auf dem Markt erfolgreich sind, so sind das größtenteils die "normalen" Qualitätsweine und eben nicht die Kabinett-, Spätlese- oder "sonstwieauchimmerprädikatsweine". Je einfacher die Bezeichnung, umso besser. Ein weiterer wichtiger Punkt der Weinmarktordnung ist die Freigabe der Pflanzrechte. Bisher brauchte man diese zwingend, um einen Weinberg bepfanzen zu dürfen. Das soll wegfallen. Das würde bedeuten, dass künftig jedes "weinbergwürdige" Areal mit Reben bestockt werden dürfte. Das ist natürlich kritisch. Einerseits sind diese Pflanzrechte ein Anachronismus, noch dazu ein teurer, denn es wird mitunter ein schwunghafter Handel mit diesen Rechten getrieben. Andererseits sind diese Rechte auch eine Art Schutz. Bei einem Wegfallen dieser "Vorschrift" steht zu befürchten, dass jeder Acker künftig bepflanzt wird. Ich glaube zwar an die Vernunft der Winzer, aber irgendwie dann doch nicht so hundertprozentig.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein und Politik - Community: Wein & mehr
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Montag, 26. januar 2009
Schaeffler hat im Machtkampf um Conti gesiegt. So weit so gut. Und jetzt zahlt der Steuerzahler. Es wird immer absurder...
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Meldung des Tages - Community: Wein & mehr
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Samstag, 24. januar 2009
In Deutschlandist die Rebsorte Riesling seit einigen Jahren wieder die meistangebauteste Rebsorte. Mit ungefähr 20 Prozent der Anbaufläche spielt sie glücklicherweise die Hauptrolle. Deutscher Riesling ist auf der ganzen Welt wieder stärker nachgefragt und auf dem Weg dazu den Stellenwert zu erreichen, dem ihm als eine der fantastischsten weißen Rebsorten gebührt. Wer aber glaubt, nur deutscher Riesling erlebt einen Boom, der hat sich getäuscht. Gerade auf dem sehr wichtigen amerikanischen Markt werden auch andere Rieslinge sehr stark nachgefragt. Insbesondere die amerikanischen selbst. Im Bundesstaat Washington ist Riesling die Rebsorte Nummer eins unter den dort kultivierten. Man glaubt es kaum, aber die Menge des Chardonnays stagniert und der Riesling wächst und wächst. 28.500 Tonnen wurden dort im letzten Jahr geerntet. Einerseits freut mich diese Entwicklung. Die Amerikaner haben die Chancen und das Potenzial dieser Rebsorte erkannt. Andererseits bedeutet das für uns hier in Deutschland aufmerksamer zu sein. Es ist sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sehr gut gemachter Riesling aus der ganzen Welt hier bei uns im Markt versuchen wird sich durchzusetzen. Das heißt wir müssen für die Zukunft noch mehr am Profil dieser Weine arbeiten. Das beginnt bei der Vereinfachung der Bezeichnungen und hört beim Geschmacksprofil und der Qualität auf.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein
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Donnerstag, 22. januar 2009
...so hieß die Sendung, die gestern Abend um 21:45 Uhr in der ARD gezeigt wurde. Das Thema war prekär: “Blutige Trümmer in Gaza - wie weit geht unsere Solidarität mit Israel?”. Normalerweise schaue ich mir solche Sendungen nur selten an, da mich das Thema aber doch sehr interessiert und ich einen der geladenen Studiogäste persönlich ganz gut kenne, habe ich es doch getan. Ich muss sagen, ich habe es nicht bereut. Das Ganze war sehr kurzweilig und extrem aufschlußreich. Die Zusammenstellung der Gäste konnte provokativer kaum gewählt sein. Ulrich Kienzle, früher Korrespondent der ARD im Nahen Osten. Norbert Blüm, Ex-Minister unter Kohl. Udo Steinbach, wahrlich kein Sympathisant des Staates Israel. Der ehemalige Botschafter Deutschlands in Israel und Michel Friedmann. Letzerer war offenkundig als "Feindbild" auserkoren. Besonders Blüm ereiferte sich über die angeblichen Greueltaten der Israelis und hat bis zum Ende der Sendung nicht begriffen, dass Friedmann kein Israeli sondern deutscher Staatsbürger ist. Es hat sich im Verlauf der Sendung gezeigt, dass dieses Thema kaum sachlich in unserem Land zu diskutieren ist. Immer wieder wurde es sehr laut und der Moderator musste mehrfach einschreiten. Für mich hatte das Ganze einen sehr unangenehmen Beigeschmack. Mir kommt es so vor, als würden die Kritiker Israels ihre Kritik nur anbringen, um zu zeigen, dass die Juden doch eigentlich ganz böse sind. Ich habe einen latenten Antisemitismus im Verlauf der gesamten Sendung wahrgenommen. Das, muss ich sagen, erschreckt mich doch sehr!
Hier eine sehr gute Reaktion der FAZ auf die gestrige Sendung.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Poltikblog
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Donnerstag, 22. januar 2009
Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat aufgrund einer jüngsten Marktforschung die Trends im vergangenen Jahr auf dem Deutschen Weinmarkt veröffentlicht. Da sind einige ganz interessante Zahlen dabei. Was mich persönlich am meisten freut: Der Trend zum deutschen Wein ist ungebrochen. Fast jede zweite, hierzuland gekaufte Flasche Wein, ist ein deutsches Erzeugnis. Da kommt Hoffnung auf! Insgesamt gab es im vergangenen Jahr ein Absatzplus von vier Prozent. So darf das gerne weitergehen. Natürlich habe ich keinerlei Ressentiments gegen ausländische Weine, schließlich trinke ich diese auch ganz gerne. Aber in diesem Fall ist mir das Hemd näher als die Hose. Im Übrigen stimmt dann auch die Ökobilanz - ein bisschen wenigstens...
Sehr spannend an den vom DWI veröffentlichten Zahlen ist die Tatsache, dass 53% der gekauften Weine Rotweine waren. Das bedeutet, dass das Image des deutschen Rotweines einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht hat und die Akzeptanz immer größer wird. Die Zeiten, in denen der Konsument dachte, aus Deutschland kommen keine vernünftigen Rotweine, sind wohl vorbei.
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: Wein
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Dienstag, 20. januar 2009
Ab heute gibt es unseren 2007 Pinot Noir. Ich habe ja schon mehrfach davon berichtet. Ich glaube, dass ist das Beste an Pinot seit langen. 2005 war ja schon ein wirklich sehr guter Jahrgang für den roten Saft, aber 2007 ist eine völlig andere Dimension. Frucht, Kraft, Dichte und Eleganz. Das habe ich so bisher noch nicht erlebt...
von Dirk Würtz - veröffentlicht in: unser Wein
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